Über die Herkunft der Harler Müller und des Namens Metz

Bei dem ersten Metz drängt sich natürlich die Frage nach seiner Herkunft und seinen Vorfahren auf, doch da müssen wir leider bekennen, daß wir noch im Dunkeln tappen. Hoffen wir, daß ein glücklicher Fund irgendwo und irgendwann uns weiterhilft; bis dahin müssen wir uns auf Vermutungen beschränken.
Mit einiger Sicherheit dürfen wir annehmen, daß Adam Meze, der sich in die Harler Mühle einkaufte, ein gelernter Müller war. Er scheint der Sohn irgendeines Müllers an der Schwalm, Eder, Efze, Ems oder Elbe gewesen zu sein. Daß auf eine landgräfliche Erbleihmühle ein Nichtmüller kam, scheint ausgeschlossen.
Die Annahme eines Eigennamens in unserem Raume hat sich im allgemeinen zwischen 1300 und 1400 vollzogen. Innerhalb dieser Zeit gab es in Metze vielleicht einen Müller oder einen Hubner, der nur einen Vornamen aber noch keinen besonderen Eigennamen führte. Schließlich erwarb er oder ein Sohn von ihm außerhalb eine Mühle oder heiratete ein. Da er aus Metze kam, erhielt er den Eigennamen Metze. Harle liegt überdies nur 15 km von Metze entfernt. Die im Dorf verbliebenen Sippenangehörigen nahmen andere Namen an.
Der Dorfname Metze ist aus Matt-ium entstanden. Die Etymologen und Archäologen sind sich heute darüber einig, daß nach der uns von Tacitus geschilderten Zerstörung des chattischen Hauptortes Mattium 15 n.Ch. durch den römischen Feldherrn Germanicus etwa 5 km davon ein neues Mattium, das heutige Metze, entstand, das den namen des”caput gentis” (Hauptstadt) unseres Volksstammes “durch die Zeiten trug bis auf diesen Tag” (Ide). Mat bedeutet essen. Mattium ist also Opfermahlstätte. Aus Matt wurde bei der zweiten Lautverschiebung um 700 n.Ch. Mazz und mit Umlaut Mezz. Im 11. Jahrhundert heißt der Ort Mezzehe. Noch näher dem Ursprungswort ist der Bach Matzoff, (off= Wasser) der durch Metze fließt.
Mattium – Metze dürfte daher der älteste gewachsene Ortsname im germanisch-deutschen Raum sein, der uns überliefert ist. Denn die Wortbildung anderer Orte der Frühzeit wie etwa Köln (colonia), Mainz (Moguntiacum) und Koblenz (confluentes) sind römischen Ursprungs.